Es ist möglich, und zwar sowohl technisch wie auch wirtschaftlich: Eines der größten Hemmnisse im fließenden Verkehr im Großraum München, die innerörtliche Bahnschranke in Oberschleißheim, kann durch eine Straßenunterführung beseitigt werden. Bisher wurde die Variante der Straßenunterführung als kaum machbar bzw. finanzierbar – in jedem Fall teurer als eine 2017 untersuchte Tieferlegung der Schiene – eingeschätzt. Ganz, ganz vorsichtig im Raum steht sogar eine Verwirklichung innerhalb von 10 Jahren – falls alles optimal läuft und das Ziel „Olympia 2036“ ausreichend Einfluss hat.
Dieses unerwartet positive Ergebnis stand am Ende der Vorstellung der Vorplanung (Leistungsphase 2) zur Höhenfreimachung des Bahnübergangs, die in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 27.10.2026 dem Gemeinderat und der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Wegen des großen Interesses war die Sitzung in den Bürgersaal verlegt worden. Das Planungsbüro Grassl stellte das Ingenieursbauwerk, das Büro Schönenberg stellte die Verkehrserschließung vor.
Die Vorplanung sieht die Beseitigung der Schrankenanlage durch ein Überwerfungsbauwerk vor, bei der die Dachauer Straße / B 471 unter der Bahnstrecke 5500 München-Regensburg hindurchgeführt wird. Die Straße würde dafür in einen 4,70 m hohen Trog mit 8% Steigung gelegt werden. Der Anschluss der B471 an die Sonnenstraße ist möglich. Die Erschließung einzelner Wohngebäude am Bennohof bzw. an der Freisinger Straße/Gartenstraße muss jedoch geändert werden.
Der Gemeinderat beschloss nach kurzer Diskussion mit fast geschlossener Mehrheit, dass die erarbeitete Variante als Vorzugsvariante festgestellt wird und das Staatliche Bauamt Freising alle weiteren erforderlichen Maßnahmen zur Umsetzung der Vorzugsvariante einleiten soll.
Es folgen somit weitere Planungsphasen, Abstimmungen mit Fachbehörden und Eigentümern und schließlich ein Planfeststellungsverfahren. Daran anschließend wäre die Ausschreibungsphase, darauf würde die Bauphase folgen, deren Dauer auf etwa 3 Jahre Bauzeit geschätzt wird. Beschleunigen kann evtl. das Ziel 2036 – Olympische Sommerspiele in München. Erster Bürgermeister Markus freute sich über dieses gute Ergebnis und das große Interesse im Saal: „Ich bin sehr froh, dass in dieses wichtige Zukunftsthema für Oberschleißheim endlich Leben gekommen ist und eine Perspektive sichtbar ist!“
Das Vorhaben wird als Gemeinschaftsmaßnahme nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz umgesetzt. Beteiligt sind die Gemeinde Oberschleißheim, der Freistaat Bayern – vertreten durch das Staatliche Bauamt Freising – und die Deutsche Bahn.
Die Kosten für diese Baumaßnahme, die jetzt noch nicht feststehen, tragen die Kreuzungsbeteiligten – der Bund, die Deutsche Bahn und der Straßenbaulastträger.
Die Beseitigung des Bahnübergangs ist für Oberschleißheim von erheblicher verkehrlicher Bedeutung. Die Schranken führen immer wieder zu Wartezeiten und Rückstaus auf der B 471 von bis zu 43 Minuten/Stunde. Die durchschnittliche Schließzeit beträgt drei Minuten, im Einzelfall kann es deutlich länger dauern. Eine kreuzungsfreie Lösung soll diese Situation grundlegend verändern.
Dennoch wurden in der Sitzung auch weitere problematische Faktoren wie das langersehnte Kleeblatt an der Anschlussstelle zur A92 sowie die Engstelle des Allacher Tunnels angesprochen. Bezüglich des Kleeblatts teilte Böck mit, dass der Planungsfeststellungsbeschluss erteilt sei. Die Ausschreibungsphase werde von 2027-2028 dauern, so dass Anfang 2029 mit dem Bauen begonnen werden könne.





