Studienprojekt Luftfiltergerät in der Schule Parksiedlung: Lüften bleibt notwendig

Luftpartikelfilter Grundschule Parksiedlung

Seit Mitte November wurde im Rahmen eines Studienprojekts von Studenten der Hochschule München ein Luftpartikelfilter im Unterrichtsbetrieb der Grundschule Parksiedlung eingesetzt. Unter Leitung von Prof. Bernhard Kurz untersuchten die Studenten des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen in zwei Schulwochen die Wirksamkeit eines Luftpartikelfilters der Marke VKF Renzel im Klassenraum der Klasse 4c. Ein Kontrollmessgerät im Klassenraum (Kästchen auf dem Schrank rechts oben) erfasste alle Daten im Klassenraum; ebenso erfasste ein Meßgerät die Luftdaten im Vergleichsraum des Klassenzimmers der Klasse 1a, welche über keinen Luftfiltergerät verfügt. 

 

Die Ergebnisse der Studie liegen nun vor. Die Auswertung ergab, dass das untersuchte Gerät erwartungsgemäß keinen Einfluss auf die CO2-Konzentration hat. Diese kann wirksam nur durch eine Regellüftung beeinflusst werden. Zudem konnte das Gerät nur bis maximal 35% der möglichen Leistung betrieben werden. Eine höhere Laufleistung ist im Unterrichtsbetrieb nicht möglich, da diese im Vergleich kleinen und preisgünstigen Geräte doch bauartbedingt einen hohen Lärmpegel erzeugen.

 

Was die Partikelminderung im Klassenzimmer angeht, so konnte durch das Filtergerät eine Reduzierung der Partikel gegenüber den Werten ohne Filter erreicht werden. Da bei diesem Versuchsaufbau keine zusätzlichen Aerosole freigesetzt wurden, konnte das Gerät seine Wirkung allerdings nur eingeschränkt entfalten. Jedoch zeigte sich eine Verbesserung der Partikelkonzentration im Klassenraum von immerhin 30 bis 50 %.

 

Im Ergebnis lässt sich sagen, dass der Luftfilter zumindest im Bereich der Partikelminimierung Effekte erzielte. Wie wirksam er tatsächlich zum Infektionsschutz bei etwaig infizierten Personen im Klassenraum wäre, kann anhand dieser Versuchsergebnisse noch nicht besagt werden. Im Ergebnis hat der Einsatz solcher Filtergeräte in Räumen, die ausreichend gelüftet werden (müssen), nur einen geringen Effekt und lohnt sich in diesen Fällen weder wirtschaftlich noch im Hinblick auf den Infektionsschutz. Lüften stellt somit die wirksamere Alternative dar.

 

In den Schulen wurden im November 100 CO2-Messgeräte für die Oberschleißheimer Schulen und Kindertagesstätten zur Unterstützung der Lüftung bestellt und Anfang Dezember aufgestellt. Damit kann die ausreichende Lüftung der meisten Räume wesentlich unterstützt und somit sichergestellt werden. Ein Etat zur Anschaffung weiterer Geräte sowie von Luftfiltergeräten für den Fall, dass der Raum nicht ausreichend gelüftet werden kann, wurde zur Verfügung gestellt.

 

Weitere Informationen hierzu (ein Konzept für Oberschleißheim sowie eine Präsentation zur Wirksamkeit von Luftfiltergeräten) finden im Download-Bereich dieses Artikels.

 

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