Der Bürgermeister informiert

Erster Bürgermeister Christian Kuchlbauer

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

August – endlich Ferienzeit! Sehnlichst erwartet haben diese Zeit vor allem unsere Schülerinnen und Schüler, denen ich schöne Ferien wünsche!

 

Das Thema Schule bzw. Hort hat uns erst kurz vor den Ferien leider in unerwarteter Weise „eingeholt“, insofern als uns der (seit ca. einem Jahr bestehende) Gesamtelternbeirat der Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen in Oberschleißheim ebenso wie die Schulleitung der Grundschule Parksiedlung und die Leitung des Kinderhorts Parksiedlung mitgeteilt hatten, dass sie mit den Planungen der Gemeinde zum Hortneubau in dieser Form nicht durchwegs einverstanden wären.

Dies hat sowohl mich und die Verwaltung als auch den Gemeinderat sehr überrascht, sind doch die Planungen seit langem bekannt und wurden insbesondere auch bei der letzten Bürgerversammlung vorgestellt. Ebenso waren Schulleitung und Hortleitung in den Planungsprozess mit eingebunden.

 

Grundsätzlich ist zu sagen, dass der Gemeinderat genau die Absicht hatte, die Kinderbetreuungseinrichtungen und insbesondere die Grundschule Parksiedlung zukunftsfähig zu machen, als er sich im Rahmen einer Klausur im Herbst 2015 sehr ausführlich mit der „Zukunft der Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen in Oberschleißheim“ befasst hat. Ein Schwerpunkt dabei war auch die Situation in der Schule Parksiedlung, bei der steigende Schülerzahlen sowie weitere Öffnung zum Ganztag zu erwarten waren. Genau diese Gründe führten dazu, dass die Überlegung aufkam, das räumlich sehr großzügig konzipierte und mit einer Mensa ausgestatte „Rote Schulhaus“ wieder einer kompletten Nutzung durch die Schule zuzuführen, und dafür einerseits den Hort in ein eigenes neues (gleichwohl kleineres) Gebäude umzusiedeln sowie die Nebennutzungen (vhs) auszulagern. Es handelte sich somit um ein Konzept, das auch (kostenintensive) Folgen für andere Aufgabenbereiche der Gemeinde hatte.

 

Es sprechen auch sachliche Gründe dafür, die Ganztagesklassen hier auszugliedern, da der Schulbetrieb in Ganztagsklassen anders strukturiert ist als in Regelklassen. Bislang wurden auch keine stichhaltigen Argumente genannt, die dagegen sprechen. Generell ist die räumliche Aufteilung auf mehrere Schulgebäude an vielen anderen Schulen deutschlandweit nicht ungewöhnlich, und es ist kein Grund ersichtlich, warum dies in Oberschleißheim die Arbeitsbedingungen an der Schule erschweren und die Motivation des Kollegiums „noch weiter erschweren“ sollte. Angemerkt sei, dass aus Sicht der Gemeinde an der Grundschule Parksiedlung ein sehr gutes Schulklima mit einem hochmotivierten Lehrkörper herrscht.

 

Eine optimale Nutzung der vorhandenen Gebäude war und ist immer Ziel der Gemeinde als Sachaufwandsträger, und es sind auch jetzt keine Gründe ersichtlich, die gegen die vorhandenen Planungen sprechen, insbesondere keine pädagogischen bzw. dem Schulbetrieb zuzurechnenden.

 

Für die (Wieder-)Nutzung des roten Schulgebäudes als Schulgebäude für die Ganztagesklassen sprechen neben der vorhandenen Mensa die vorhandenen räumlichen Spielräume, um auf etwaige künftige Raumerfordernisse der Ganztagesklassen einzugehen, da beim Raumzuschnitt durchaus auch künftig Änderungen möglich sind.

 

Zur Frage nach einer Bedarfsprognose ist zunächst zu sagen, dass sich das Schulsystem seit mehreren Jahren in einem Wandel befindet, der noch nicht abgeschlossen ist (neu: Orientierung hin zum Offenen Ganztag bei gleichzeitiger Beibehaltung des Gebunden Ganztag). Für die Grundschule Oberschleißheim sind die Folgen auch noch nicht endgültig absehbar; erwartbar sind eine Integrierung der Mittagsbetreuung in den OGT sowie evtl. einen Rückgang der Anmeldezahlen für den Hort. Es ist also derzeit eher schwer eine belastbare Aussage über die künftige Entwicklung möglich. Zudem handelt es sich "um dieselben Kinder", die vormittags in der Schule unterrichtet werden und nachmittags in Hort/Mittagsbetreuung/GGT/OGT betreut werden.

 

Auch was die Schülerzahlen angeht, ist eine Prognose derzeit schwer zu treffen. So war über lange Jahre ein Rückgang der Schülerzahlen zu beobachten, weshalb auch die Klassenräume an der Grundschule Parksiedlung entsprechend groß sind. Angesichts des Lehrermangels ist somit eher ein personelles denn ein räumliches Problem zu konstatieren.

Was die steigenden Schülerzahlen angeht, so räumen mangels valider Daten mittlerweile auch die Fachleute Irrtümer ein (vgl. Artikel „Oft fehlen Daten“, SZ vom 8./9.4.2017); darüber hinaus wird bereits wieder ein Ende des „Schülerbooms“ in voraussichtlich 10 Jahren prognostiziert.

 

Dass die Schülerzahlen aber zunächst einmal steigen werden, ist bekannt, und dieser Tatsache haben sich Gemeindeverwaltung und Gemeinderat im November 2015 gestellt. Ziel war damals, eine räumlich optimale und gleichwohl flexible Lösung für alle Beteiligten zu finden. Ebenso bestand Einigkeit, dafür auch Geld in die Hand zu nehmen und einen Kinderhort zu bauen. Dieser Neubau ist bewusst multifunktional konzipiert, so dass er sowohl als Hort als auch als Schulgebäude genutzt werden kann. Letztlich erhält mithilfe dieses Gebäudes die Schule auch einen behindertengerechten Zugang, der auch Inklusion ermöglicht. Aus Sicht des Planers ist der geplante „Kopfbau die idealtypische Ergänzung des bestehenden Schulgebäudes“, und zwar in mehrfacher Hinsicht (Nutzungsmöglichkeiten, Wirtschaftlichkeit, städtebauliche Gründe, Optimierung der Fluchtwegsituation).

 

Dass in den vergangenen Jahren ein Sanierungsstau eingetreten war, wurde in diesem Zusammenhang ebenfalls bemerkt und beschlossen, diesen umgehend anzugehen. In dem damaligen Workshop wurden keine Beschlüsse gefasst, sondern es wurde über die Zukunft der Kindergärten und Schulen ausführlich diskutiert und beraten. Beschlüsse hierzu wurden ausschließlich in öffentlichen Sitzungen gefasst.

 

Seitens der Gemeinde Oberschleißheim besteht weiterhin das Ziel, die Grundschule Parksiedlung zu modernisieren und zukunftsfähig zu gestalten. Sachdienlich ist hierbei eine enge und gute Zusammenarbeit und Kommunikation mit der Schule und dem Elternbeirat. In diesem Zusammenhang wird auch auf die nun vorliegenden Fragen seitens des Elternbeirats sowie die Anliegen der Schule intensiv eingegangen werden.

 

Herzliche Grüße,

Ihr

     

Christian Kuchlbauer

Erster Bürgermeister

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